Motherigine
Gezeigt wird ein Kurzdokumentarfilm von Sophie Bösker mit anschließender Podiumsdiskussion mit
- Regisseurin Sophie Bösker
- Stadträtin Sophie Wirth-Klauser, Beauftragte für Kinder und Familien
- Moderation: Katharina Simon, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kempten
Nach dem Austausch lassen wir gemeinsamen den Abends in entspannter Atmosphäre bei Drinks ausklingen.
„Motherigine“
Beginnend mit der Geburt der Tochter Lotti dokumentiert Sophie Bösker drei Jahre ihren Alltag und prüft ihn auf die Umsetzung von Halbe-halbe. Mit dabei sind der Partner Georg („Superdaddy“) und eine Kamera, die der Regisseurin als Ventil dient: für Bekenntnisse, Klagen, Wutausbrüche und einen Battle-Rap.
Als Slots bezeichnet Neomutter Sophie Bösker jene Zeiten, in denen sie arbeiten darf. Den Stundenplan hat sie mit ihrem Partner erstellt, er hat ihn mit Penissen bekritzelt. Halbe-halbe ist der Anspruch. Zuallererst richtet die Filmemacherin die Kamera auf sich selbst: auf eine Mutter, die seit sieben Monaten unter Daueranspannung steht. Dieser Film ist ihr Ventil, für Bekenntnisse, Klagen, Wut. Als unabhängige Statistin immer im Bild: Lotti, das Baby. In die dokumentarischen Szenen grätscht Battle-Rap, in dem Bösker breitbeinig und auch mal mit Plastik-Pumpgun die gängigen Verhältnisse durchlästert. Sie ist nicht die erste Frau, deren Feminismus von der Mutterschaft auf die harte Probe der Alltagstauglichkeit gestellt wird. Und ihr Partner Georg nicht der erste Mann, der als Vater gewinnt. Sein Selbstwert schwillt schließlich so weit an, dass er sich selbst als „Superdaddy“ lobt. Es ist noch ein weiter Weg. Aber er wird nicht fad. (Anna Katharina Laggner)
Diagonale - Festival des österreichischen Films - Jurybegründung Kurzdokumentarfilmpreis:
Entwaffnend ist der Film, aber nicht durchweg friedfertig: „Roses are red, violets are blue, I want to smash the patriarchy with you“ ist auf einer Postkarte an der Wand zu lesen. Motherigine von Sophie Bösker nimmt uns mit auf eine Erkenntnisreise, in der deutlich wird, dass sich dies nicht als individuelles Vorhaben bewerkstelligen lässt.
Sophie Bösker:
Geboren 1990 in Kempten, lebt als Regisseurin, Drehbuchautorin und Künstlerin in Wien. Studium an der Universität Konstanz, der Freien Universität Bozen und der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie arbeitet interdisziplinär und erforscht hybride Räume zwischen Dokumentation, Spiel- und Experimentalfilm. Gründungsmitglied des Vereins Weibsbild Filmproduktion.
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn 20:00 Uhr
Abendkasse: 5€
Diese Veranstaltung findet dank freundlicher Unterstützung der Stadt Kempten (Stabstelle Gleichstellung) statt.
KulturWIRtschaft in der Allgäuhalle, Kotterner Straße 54, 87435 Kempten








